Saisonale Low Fodmap Lebensmittel

  • Lesedauer:8 min Lesezeit

In den Monaten März, April und Mai.

Die Supermarktregale sind voll mit Obst- und Gemüsesorten aus aller Welt. Beinahe das ganze Jahr über könnte jedes Produkt auf unseren Tellern landen, das klingt doch genial, oder nicht?

Obwohl die Auswahl gefühlt täglich größer wird, entscheiden sich immer mehr Menschen dafür, saisonale und regionale Produkte jenen aus fernen Ländern vorzuziehen.

Schön, dass du hier bist! Auf meinem Blog möchte ich verschiedene Themen rund um Reizdarm, Ernährung & Co. erklären, hinterfragen und diskutieren.

Deine Susi

Ich gebe zu, ich selbst achtete lange nicht auf die Herkunft meiner Lebensmittel. Seit ich mich mit dieser Thematik aber näher beschäftige, wurde regionales und saisonales Essen zu einem wichtigen Bestandteil meiner Ernährung und es tut mir rundum gut.

In diesem Blogbeitrag möchte ich dir zeigen, warum wir davon profitieren uns saisonal zu ernähren und warum das auch ganz im Sinne der Natur ist.

Am Ende des Beitrags lade ich dich herzlich ein, deine Meinung, Erfahrungen und Fragen mit der myFODMAP Community zu teilen. Nichts geht über einen wertvollen Austausch.🤍

Die Natur hat gute gründe, immer...

Es ist nicht die Gemeinheit der Natur, dass es leckeren Kürbis nur zwischen August und März gibt und dass die saftigen Erdbeeren nur zwischen Juni und August die Felder mit ihrem knalligen Rot verzieren. Im Gegenteil – wie bei allem, hat sich die Natur auch hierbei etwas Kluges überlegt.

Wusstest du, dass Pflanzen den gleichen evolutionären Antrieb wie Tiere haben, sie möchten sich fortpflanzen (fortPFLANZEN 🌱😉). Solltest du nun aufschreien und meinen, wäre das so, dann dürften wir sie ja nicht essen, dann ist so nicht ganz richtig, denn … die Pflanze möchte, dass ihre Früchte gegessen werden.

Erst dadurch werden nämlich die darin enthaltenen Samen, die Babypflanzen sozusagen, in der Natur verteilt. Diese sind oft nicht für den menschlichen Verzehr gemacht, weshalb wir Samen und Kerne wegwerfen bzw. ausspucken. Jene, die wir essen, sind für uns nicht verdaulich und werden mit dem Kot wieder ausgeschieden und finden somit auf diesem Weg zurück in die Natur.

In beiden Fällen hat die Mutterpflanze ihr Ziel erreicht: Die Samen wurden verbreitet und die Fortpflanzung gesichert.

Die fehlende Nähe zur Mutter können wir Menschen uns kaum vorstellen, in der Pflanzenwelt ist das anders: Hier ist es nämlich gewollt, dass der Samen weit weg von der Mutterpflanze auf nahrhaften Boden trifft. Würde eine reife Birne nämlich bloß herunterfallen und neben der Mutter liegenbleiben, so würde der Schatten der Birnenmutter das Überleben des Samens verhindern.

Die Waffe der Pflanze:

Während sich Tiere mittels Kampfs und Flucht selbst verteidigen können, steckt die Pflanze wortwörtlich fest. Wer glaubt, Pflanzen wären ihren Feinden hilflos ausgeliefert, liegt ganz klar daneben! Eine ganz wesentliche Superkraft hat die Pflanze nämlich, die ihr Überleben sichert: die Chemie.

So möchte die Pflanze zwar, dass ihre Früchte gegessen werden, allerdings nur die reifen! Denn nur reife Früchte beinhalten einen Samen mit undurchdringlicher Hülle, wodurch er überlebensfähig wird und seinen wesentlichen Teil zur Fortpflanzung beitragen kann. Viele Früchte sind unreif daher ungenießbar und können sogar giftig sein.

Wusstest du, dass fünf Stück rohe Kidneybohnen für uns Menschen tödlich sind (aufgrund des hohen Gehalts an Phytohämagglutinin)? Nur wenn diese Bohnen vorab gekocht wurden, können sie bedenkenlos verzehrt werden. Jaja, die Natur hat ihre ganz eigene Superkraft.

Anhand der Farbe zeigt die Pflanze, wann eine Frucht bereit für den Verzehr ist. Der Farbsehsinn kommt uns da also ganz gelegen. Eine knallige Farbe bedeutet, der Zucker- und Nährstoffgehalt der Frucht ist am höchsten.

Das ist auch der Grund, warum saisonale Nahrungsmittel so intensiv und lecker schmecken – sie sind reif, saftig, knackig und einfach bereit vernascht zu werden!

Am häufigsten sind es die Farben Rot, Gelb und Orange, die auf den richtigen Reifegrad hindeuten. Das wissen übrigens auch Lebensmittelhersteller. Wenn du das nächste Mal einkaufen gehst, achte auf die Farben der Verpackungen in der Süßwarenabteilung, fällt dir etwas auf?

Welche rolle spielt die reife der pflanze:

Doch nicht nur die Farbe der Frucht hat einen ganz bedeutenden Grund, auch der Zeitpunkt, wann welche Früchte wo reifen ist ganz klar durchdacht von der lieben Natur. Auch wenn wir Menschen uns in rasanter Geschwindigkeit weiterentwickeln, so ist unser Gehirn noch immer die gleiche Version wie damals, vor 1000en von Jahren, es gab bisher kein wirkliches Update, zumindest nicht, was die Nahrungsaufnahme angeht.

Daher verknüpft unser Hirn auch heute noch bestimmte Nahrungsmittel mit bestimmten Ereignissen. Eines dieser Ereignisse ist der anstehende Winter. Winter bedeutete einst Dürre, Kälte und wenig bis keine Nahrung. Der Körper musste sich auf diese harte Zeit ausreichend vorbereiten, um zu überleben. Dies machte er während der Sommermonate durch den Verzehr von reifen Früchten. Die darin enthaltenen Nährstoffe und der hohe Zuckergehalt wurden als Energie für den Winter gespeichert und galten als wesentlicher Überlebensfaktor.

Da das Obst nur in den Sommermonaten eine verzehrfertige Reife erreichte, wusste der Körper und das Gehirn, dass wann immer diese Früchte gegessen werden, der Winter vor der Türe steht und beginnt damit alle notwendigen Vorbereitungen zu treffen.

“Durch die ständige Verfügbarkeit von allem, könnte man fast sagen, dass sich die meisten Menschen ständig auf einen Winter vorbereiten, der nie kommt.”

– Übersetzt aus dem Englischen von Dr. Steve Gory

Wenn auch die ausgeklügelte Natur sehr starke Argument parat hat, so habe ich hier noch weitere Gründe, die dich und auch mich animieren sollten, beim nächsten Einkauf bei saisonalem Obst und Gemüse zuzugreifen.

6 Gründe, warum dir saisonale Küche guttut:

1. Frischer Wind in der Küche:

Kommen regelmäßig saisonale Speisen auf den Teller, wird dir und deinen Liebsten bestimmt nicht langweilig. Durch das immer wechselnde Sortiment wirst du in der Küche kreativer und hi und da schaffen es längst vergessene oder bisher noch nicht gekannte Nahrungsmittel auf den Speiseplan.

2. Auf die inneren Werte kommt es an:

Reife Pflanzen verbringen viel Zeit unter der Sonne und in gutem Boden und können so ausreichend Nährstoffe entwickeln, von denen deine Gesundheit beim Verzehr profitiert.

3. Dein wertvoller Beitrag:

Saisonal bedeutet Wachstum ganz ohne menschliche Einflussnahme, wodurch in den meisten Fällen kein Einsatz von Pestiziden oder genetische Modifikationen benötigt werden. Saisonale Produkte sind zudem meist regional und gelangen nicht erst über lange Transportwege an ihr Ziel. Mit deiner Kaufentscheidung nimmst du Einfluss auf den CO2 Ausstoß, die Giftstoffbelastung sowie auf die Reduktion von Verpackungsmaterial.

4. "Weg mit dem Speck" gilt nicht fürs Sparschwein:

Regional und saisonal bedeutet keine langen Transportwege und außerdem gibt es das jeweilige Obst und Gemüse in der entsprechenden Saison im Überschuss. Diese Umstände bewirken, dass saisonale und regionale Produkte günstiger sind – du kannst es selbst beobachten – tritt das Ende einer Saison ein, steigen die Preise der jeweiligen Lebensmittel spürbar an, denn der Überschuss nimmt ab.

5. Optimal für Low Fodmap:

… denn du kochst selbst! Es gibt nämlich so gut wie keine saisonalen Fertiggerichte. Das bedeutet, du selbst bist für die Zubereitung verantwortlich. Besonders im Rahmen der Low Fodmap Ernährungsweise ist das viel mehr ein Gewinn als eine Bürde. Dadurch kannst du jede einzelne Zutat gezielt auswählen und weißt, was sich in deinen Gerichten befindet und was nicht.

6. Einfach, weils gut tut:

Eine saisonale Ernährung versorgt deinen Körper zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Nährstoffen. Im Herbst versorgen dich reife Früchte mit ausreichend Energie und Vitaminen, im Frühling sorgt das Blattgrün der Salate für das Ausschwemmen von Giftstoffen, die sich während der Wintermonate angesammelt haben. Im Sommer versorgen dich saftige Beeren mit ausreichend Flüssigkeit und Erfrischung. Du siehst, die Natur hat sich dabei wirklich etwas gedacht, wirklich.

Finde deinen bauernmarkt:

Der perfekte Ort, um saisonal einzukaufen sind Bauernmärkte. Ich habe diese geniale Seite entdeckt, auf der du dir Bauernmärkte in deiner Umgebung suchen kannst:

… haben diese Low Fodmap GEMÜSESORTEN/SALATE/KRÄUTER Saison:

  • Butternut-Kürbis
  • Chicorée
  • Feldsalat
  • Karotte
  • Kartoffel
  • Knollensellerie
  • Kresse
  • Kürbis
  • Rosmarin
  • Rote Beete
  • Rucola
  • Schnittlauch
  • Spaghetti Kürbis

… haben diese Low Fodmap OBSTSORTEN Saison:

  • Rhabarber

… haben diese Low Fodmap GEMÜSESORTEN/SALATE/KRÄUTER Saison:

  • Chicorée
  • Karotte
  • Kartoffel
  • Kresse
  • Liebstöckel
  • Lollo Rosso
  • Radieschen
  • Rosmarin
  • Rucola
  • Schnittlauch
  • Spinat

… haben diese Low Fodmap OBSTSORTEN Saison:

  • Rhabarber

… haben diese Low Fodmap GEMÜSESORTEN/SALATE/KRÄUTER Saison:

  • Chicorée
  • Dill
  • Estragon
  • Frühlingszwiebel (der grüne Teil)
  • Grüne Blattsalate
  • Karotte
  • Kartoffel
  • Kohlrabi
  • Kresse
  • Liebstöckel
  • Lollo Rosse
  • Mangold
  • Minze
  • Pak Choi
  • Petersilie
  • Radieschen
  • Rettich
  • Rosmarin
  • Rucola
  • Salatgurke
  • Salbei
  • Schnittlauch
  • Spinat

… haben diese Low Fodmap OBSTSORTEN Saison:

  • Erdbeeren
  • Rhabarber
lachen ebarb
Ich liebe es, dass es meist auch frische Blumen am Bauernmarkt gibt. Beschenke mich da von Herzen selbst, jedes Mal! 😍

Alles Liebe, deine Susi <3

Zum Schluss: Ich bin keine Ärztin! Bevor du eine SIBO-Diät, FODMAP-reduzierte Ernährung oder andere Therapie in Betracht ziehst, musst du mögliche organische Erkrankungen durch einen Facharzt abklären lassen! Diese Website dient nicht der Eigendiagnose und/oder als Anleitung zur Eigentherapie!

Dieser Beitrag hat 11 Kommentare

  1. Andrea

    Danke für diesen informativen Artikel! Freu mich schon auf den nächsten Besuch am Bauernmarkt 😍

    1. Susi von myFODMAP

      😍 Sehr gerne & darauf freue ich mich auch meine Liebe! 🥰

  2. Evelyn

    Sehr schöner und interessanter Beitrag. Regional Unternehmen unterstütze ich sehr gerne und Wochenmärkte mag ich total. Weiter so liebe Susi.
    Liebe Grüße Evelyn. 😊

    1. Susi von myFODMAP

      Liebe Evelyn, das ist ja schön zu lesen! Herzlichen Dank, freut mich sehr! 😊🥰

  3. Sarah

    Danke für den tollen ausführlichen Beitrag, vorallem die Liste mit den Nahrungsmitteln, sehr Hilfreich!
    Danke Liebe Susi❤️💫

    1. Susi von myFODMAP

      Liebe Sarah, sehr gerne! Schön, dass dir der Beitrag gefällt und dir die Lebensmittel-Auflistung hilft. 😊🥰

  4. Tamara

    Sehr interessanter Beitrag. Hab mir die Saison Monate gleich gescreenshootet (was für ein Wort) 🤣

    Liebe Grüße Tamara

    1. Susi von myFODMAP

      Toll liebe Tamara, das freut mich sehr! 😍

  5. Margarete

    Hi bin heute auf deinen Blog gestoßen.
    Wirkt sehr interessant.
    Aber Chicoree vertrag ich wegen Inulin gar nicht. Das ist doch ein Fomap oder?

    1. Susi von myFODMAP

      Hi Margarete, es freut mich sehr dich auf meinem Blog begrüßen zu dürfen. Danke für deinen Kommentar. Du hast recht, Chicorée zählt zu den Inulin-haltigen Lebensmitteln und Inulin ist ein Fodmap. Bei Low Fodmap spielen immer mindestens zwei Faktoren eine entscheidende Rolle: das Lebensmittel und die Menge. Bei Chicorée heißt es, dass eine normale Portion von 75g als Low Fodmap gilt, daher steht auch Chicorée auf der Lebensmittelliste im Blogbeitrag. Natürlich ist es wichtig seine individuelle Toleranzgrenze festzustellen, was Lebensmittel und Menge angeht und die eigene Ernährung dementsprechend anzupassen. LG Susi 😊

      1. Margarete

        Danke werd mich hier mal durchstöbern

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