Können wir Emotionen essen?

„Heute war ein sch*** Tag! Ich brauche jetzt etwas Süßes!“ Wer kennt das? Wohl so einige. Die, die das nicht kennen, sagen eher so Dinge wie: „Zurzeit habe ich so einen Stress, ich esse kaum noch!“ Was für die einen ganz normal ist, verstehen die anderen nicht und umgekehrt. Eines haben die beiden Aussagen aber dennoch gemeinsam: 

Emotionen beeinflussen unser Essverhalten.

Schön, dass du hier bist! In meinem Blog möchte ich verschiedene Themen rund um Reizdarm, Ernährung & Co. erklären, hinterfragen und diskutieren.

Deine Susi

ES SIND nicht nur negative gedanken!

Langeweile, Gemeinschaft, Feste, Belohnung, Gemütlichkeit, Müdigkeit, Gewohnheit uvm. sind ebenfalls eng mit unserem Essverhalten verknüpft und können ein Hungergefühl auslösen, welches eigentlich gar keines ist.

Dabei spricht man nicht von biologischem (körperlichem) Hungersondern von sogenanntem emotionalen Hunger.

 

Dieser emotionale Hunger entsteht meist über Jahre. Es sind antrainierte Gedankengänge und Verhaltensmuster, die wir nur sehr schwer und mit viel Anstrengung wieder loswerden.

In bestimmten Situationen lässt uns unser Gehirn glauben, hungrig zu sein, obwohl unser Körper optimal versorgt ist. Wieso es das macht, erfährst du etwas später.

Mit den richtigen Tricks und Strategien ist es für jeden von uns möglich, das eigene Verhaltensmuster zu verändern und zu lernen nur dann zu essen, wenn wir körperlichen Hunger spüren.

Wir können unsere Gedanken nämlich wie einen Muskel trainieren!

Kannst du zwischen emotionalem und biologischem Hunger unterscheiden?

Hol dir jetzt deinen myFODMAP Appetit-Coach & lerne es!

Kannst du zwischen emotionalem und biologischem Hunger unterscheiden?

Hol dir jetzt deinen myFODMAP Appetit-Coach & lerne es!

Der aller erste und wichtigste Schritt ist es, den Unterschied zwischen biologischem und emotionalem Hunger zu erkennen!

BIOLOGISCHER HUNGER

EMOTIONALER HUNGER

Biologisch:

Er entsteht mit der Zeit. Zuerst nehmen wir ihn gar nicht wirklich wahr, bis er zu einem immer intensiveren Hungergefühl wird.

Emotional

Er entsteht plötzlich, von einem Moment auf den anderen.

Biologisch:

Wir können diesen Hunger für eine gewisse Dauer ertragen, ignorieren, aushalten, hinauszögern.

Emotional

Wir haben das Bedürfnis, den emotionalen Hunger sofort zu stillen, sobald wir ihn wahrnehmen.

Biologisch:

Durchschnittlich vergehen 3-5 Stunden seit der letzten richtigen Mahlzeit, bis uns der Körper ein biologisches Hungergefühl signalisiert.

Emotional

Emotionaler Hunger kann jederzeit entstehen, egal, wann wir die letzte Mahlzeit zu uns genommen haben.

Biologisch:

Um diesen Hunger zu stillen, wären wir mit irgendeinem Lebensmittel zufrieden. Hauptsache wir versorgen unseren Körper mit Energie.
Ein Tipp: Würdest du dich über ein Stück Gemüse freuen? Ja? Dann hast du sehr sicher biologischen Hunger 😊

Emotional

Dieser Hunger lässt meist das Bild eines ganz bestimmten Lebensmittels im Kopf entstehen. Meistens ein sehr zucker- und/oder fettreiches.

Biologisch:

Er kann durch Nahrung gestillt werden.

Emotional

Hinter emotionalem Hunger liegt ein Bedürfnis, das nicht mit Lebensmittel gestillt werden kann.

Bist du in der Lage zu entscheiden, wann du biologischen und wann du emotionalen Hunger verspürst?

Lade dir deinen APPETIT-COACH herunter und beobachte dich und dein Verhalten, um daraus zu lernen und zu trainieren.

Mit deinem individuellen Appetit-Coach lernst du, ob du  tatsächlich hungrig bist und ob dir dein Unterbewusstsein versucht mittels Hungergefühl eigentlich etwas anderes zu mittzuteilen.

7 Tipps, wie du deine Gedanken trainieren kannst und so der nächsten emotionalen Hungerfalle erfolgreich entkommen wirst!

Erkenne, in welchen Situationen dein emotionaler Hunger entsteht! Der Appetit-Coach ist dabei deine Unterstützung! Schreib dir auf, WANN du WAS isst und WARUM du das isst.

Was nicht da ist, kann nicht gegessen werden! Kaufe keine ungesunden Lebensmittel! Sollte der emotionale (Heiß-)Hunger auf Schokolade oder ähnliches entstehen, hast du keinen Vorrat, den du plündern kannst.  Du kannst also nicht so einfach unkontrolliert ungesundes Zeug in dich „hineinstopfen“ (ich sag das so, weil ich das von mir selbst so kenne 😉). Oft ist der Weg zum nächsten Supermarkt bereits Hürde genug, um einen emotionalen Essanfall zu vermeiden.

Unterbrich den Drang des emotionalen Hungers aktivSag dir laut und bestimmt „Stopp“, „Halt“ oder „Warte“! Stell dich dabei am besten vor einen Spiegel und schau dir in die Augen, das hilft sehr. Trickse deine innere Gier ein bisschen aus, indem du ihr sagst: „ich kann das auch ein bisschen später essen, jetzt möchte ich zuerst noch dies oder jenes erledigen…“ Oft tritt emotionaler Hunger wie eine Art Schub auf. Wenn du es schaffst, die Dauer des Schubs durchzustehen, wirst du bemerken, dass du bereits nach 10-15 Minuten eigentlich gar keine so starke Gier mehr verspürst und in der Lage bist, klare Gedanken zu fassen.

Finde heraus, welches Bedürfnis tatsächlich hinter deinem emotionalen Hunger liegt. Ist es immer das gleiche?  Bist du müde? Dann raste. Bist du verärgert? Löse das Problem. Bis du gestresst? Such dir ein Ventil. Bist du gelangweilt? Beschäftige dich. Geh raus, bewege dich, geh an die frische Luft, trink ein Glas Leitungswasser, meditiere, lies ein paar Seiten.

Eliminiere falsche Glaubenssätze! Falsche Glaubenssätze, was ist das? Das sind Gedankengänge, die wir bereits in der Kindheit oder auch später erlernen, die einfach nicht wahr sind. Entlarve diese Glaubenssätze und stelle sie richtig. Überlege dir jetzt gleich, welche 3 Glaubenssätze du falsch in dir abgespeichert hast und die du längst schon eliminieren oder richtigstellen hättest sollen. Schreib sie jetzt auf!

Dir fallen keine ein? Vielleicht helfen dir ein paar meiner Beispiele:

  • Das Training war so gut heute, jetzt habe ich mir gleich einen Burger und ein Eis verdient.

Eine „Belohnung“ sollte meinem Körper doch eigentlich zgut tun…. 

  • Wenn alle ein Glas Alkohol trinken, dann muss ich das wohl auch tun.

Wo steht denn das geschrieben? Meine Freunde lieben mich auch so!

  • Wenn ich am Tag mehrmals esse, werde ich zunehmen.

Es kommt natürlich darauf an, was ich bei meinen Mahlzeiten zu mir nehme…

Das Ziel ist keine Perfektion, sondern stetiger Fortschritt! Es ist völlig in Ordnung, wenn du hin wieder emotionalen mit biologischem Hunger verwechselst. Beim nächsten Mal wirst du es besser wissen. Du sollst nicht das Gefühl bekommen zu „versagen“ oder „schwach“ zu sein, wenn du bei emotionalem Hunger etwas isst. Es kann auch sein, dass du manchmal gar nicht unterscheiden kannst, welche Art von Hunger du verspürst! Das ist okay, denn es ist ein Lernprozess und das bedeutet Zeit

Wichtig ist, dass du irgendwann erkennst, dass du aus emotionalen Gründen isst und dann richtig reagierst, indem du aufhörst zu essen und nach dem eigentlichen Bedürfnis suchst. Dafür musst du in dich hineinhören.

Nicht jeder emotionale Hunger kann mit derselben Maßnahme gestillt werden. Finde deine Top 5 „Hungerfallen“ und erstelle individuell darauf zugeschnittene Strategien. Schreib sie dir auf und pack sie in deine Tasche. In Momenten des emotionalen Hungers fällt es uns oft schwer, rationale Entscheidungen zu treffen. Eine kleine Notiz bei der Hand kann da Wunder bewirken. Ein Beispiel: „Die Arbeit kann mich heute noch so nerven, durch Schokolade wird sie weder weniger noch angenehmer. Ich halte jetzt durch und entscheide nach getaner Arbeit, ob ich überhaupt hungrig bin. Jetzt erst Mal ein Glas Wasser oder einen Kaffee 💪

woher kommt DIESE Verbindung zwischen emotion und hunger?

Bereits in der Steinzeit, in der Zeit der Jäger und Sammler, waren die Emotion und das menschliche Essverhalten gekoppelt. In stressigen Momenten, wie beispielsweise bei einem Angriff durch einen Säbelzahntiger, dachten wir nicht daran noch ein Stück Mammutfleisch zu essen.

Im Gegenteil, unser Körper aktivierte den Fluchtmodus und stellte sämtliche Emotionen und Bedürfnisse, darunter Appetit und Hungergefühl, ein. Diese Eigenschaft behielten wir Menschen zu einem gewissen Grad bis heute bei.

Erst nach einer Weile, wenn wir eine „stressige“ Situation verlassen, entsteht langsam unser Hungergefühl.

 

Diese Erkenntnis erklärt aber nicht, warum andere Menschen vermehrt zu Chips und Schokolade greifen, wenn sie gestresst, frustriert, traurig oder verärgert sind?

Hol dir jetzt deinen myFODMAP Appetit-Coach!

Emotional-instrumentelles Essverhalten

Studien belegen, dass negative Emotionen den Hunger ebenso auch anregen können. Dabei spricht man von einem emotional-instrumentellen Essverhalten.

Der Hauptantriebsfaktor, warum wir in bestimmten emotional beladenen Situationen mehr essen, ist der Versuch, durch Essen die negativen Emotionen zu verdrängen. 

Wir versuchen also mit Essen unsere negative Verfassung erträglicher zu machen.

Warum wir glauben, mit Essen ein anderes Bedürfnis als Hunger stillen zu können, hat unterschiedliche Ursprünge.

So kann es sein, dass wir bereits in der Kindheit mit Süßigkeiten belohnt wurden. Unser Gehirn erinnert sich daran, dass durch Süßigkeiten positive Emotionen ausgelöst wurden. Dadurch glaubt es, dass es diesen Effekt auch heute in traurigen, wütenden, gestressten, frustrierenden Momenten nutzen könne, um das positive Gefühl (wie bei der Belohnung damals) wieder herzustellen.

Nutze den myFODMAP Appetit-Coach (hier klicken!) und finde heraus, wann und warum du emotional isst. Nur wenn du das herausfindest, kannst du Schluss mit emotionalem unkontrolliertem Essen machen und dem tatsächlichen Bedürfnis auf die Spur gehen! 

Sei mutig & glaub an Dich!