Meine erste 3-Tage Saftkur, die ich durchgezogen habe.

& warum der 4. Tag der wichtigste ist!

Es gibt wohl so einige Gründe, warum Menschen sich für eine Saftkur entscheiden. Sei es zur sogenannten Entschlackung, zur Reinigung des Darms, zur Heilung usw. Ich denke kaum einer macht das einfach so. Bei mir gab es gleich mehrere Gründe. 

Welche das waren, wie sich die Saftkur auf meinen Reizdarm und sonstigen Befindlichkeiten ausgewirkt hat und was ich von dieser Erfahrung mitnehmen konnte, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Schön, dass du hier bist! In meinem Blog möchte ich verschiedene Themen rund um Reizdarm, Ernährung & Co. erklären, hinterfragen und diskutieren.

Denn Reizdarm ist weniger eine Krankheit, sondern eine Eigenschaft des Körpers, auf die es heißt Rücksicht zu nehmen!

Deine Susi

Warum eine Saftkur?

Warum eine Saftkur?

Grund Nr. 1: Mein ständiges Snacken MÜSSEN

Kennt ihr das vielleicht? Ihr esst eine gewisse Zeit eurer Ansicht nach ziemlich gesund, verträglich, ausgewogen und frisch. Und alles passt. Und irgendwann kippt dieses so angenehme und eigentlich für gut befundene Essverhalten und das große Naschen beginnt. GANZ WICHTIG: Naschen gehört zu einer gesunden ausgewogenen Ernährung absolut dazu, keine Frage! Nie im Leben würde ich meine heiß geliebte Schoki oder Erdnussbutter aufgeben 😉 Allerdings gibt es, so ist es bei mir zumindest, zwei verschiedene Arten des Naschens:

Das gewollte Naschen

Das gewollte Naschen: Da entscheide ich mich aktiv für eine Nascherei, für einen Snack, für eine ungesunde Speise, einfach, weil ich Lust darauf habe. Und dann, dann ist nichts. Alles geht weiter wie bisher und ich investiere keinen weiteren Gedanken an das Essen.

Das ungewollte Naschen

Dann gibt es da noch das weniger gewollte, das ungewollte Naschen. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber damit meine ich, dass ich eigentlich nichts ungesundes Essen möchte, aber es mir unheimlich schwer fällt zu verzichten. Das merke ich zum Beispiel häufig in emotionalen Situationen wie Stress, Frust oder Einsamkeit. Wenn sich dieses ungewollte Naschen dann einschleicht, bedeutet das für mich enorme Anstrengung, dieses ungewolltes Naschen loszuwerden. 

Und so war es bei mir in den letzten Wochen so, dass das ungewollte Naschen überhandgenommen hat. Ich versank zwar nicht mit Schokolade bepackt auf der Couch, das nicht, aber ich habe ständig etwas „gebraucht“. Ständig hatte ich das Gefühl: „Jetzt sofort brauche ich dies und das zu Essen!“ Und dabei suggerierte mir mein Kopf ein wirkliches Bedürfnis. Wie vom Blitz getroffen sprang ich zeitweise von meinem Schreibtischstuhl auf und stürmte zum Kühlschrank. Da in Zeiten der Corona Pandemie in meiner Küche so viel gebacken wurde wie nie zuvor, wurde ich auch dementsprechend fündig 😉

Sich Leckereien zu gönnen ist absolut normal und tut unserer Seele gut!

Sich Leckereien zu gönnen ist absolut normal und tut unserer Seele gut!

Hier aber spreche ich wie gesagt nicht von diesem leichten und entspannten Wollen-Gefühl, ich spreche von diesem ferngesteuerten Brauchen-Gefühl. 
Abgesehen von dem Naschen, fing ich in den vergangenen Wochen auch an, ständig zu snacken. Selbst wenn es nur Karotten waren, so hatte ich durchgehend etwas zum Kauen im Mund. Das wiederum bedeutete, dass mein Darm überhaupt nicht mehr zu Ruhe kommen konnte und ständig gefordert und irgendwann natürlich auch überfordert wurde. Denn Essenspausen, in denen sich unser Darm entleeren kann, sind unheimlich wichtig für die Reinigung und Gesundheit unseres Verdauungstraktes. Ich möchte euch an dieser Stelle auch den Hinweis mitgeben, dass das sogenannte Magenknurren nicht immer ein Signal für Hunger sein muss. Gönnt eurem Magen-Darm-Trakt hin und wieder eine Pause.

So, das war einer der Punkte, weshalb ich mich für eine Saftkur entschieden habe: Ich wollte dieses ständige Snacken und Naschen reduzieren.

Grund Nr. 2: Mein ständiger Blähbauch

Corona (Sorry, dass dieses Wort auch in diesem Beitrag auftaucht 😉)hat unseren Alltag von heute auf morgen einfach mal so über den Haufen geworfen. Bei manchen mehr, bei anderen weniger. Bei mir war die Veränderung, was die Bewegung im Alltag angeht, jedenfalls enorm. Von einem ca. zehn Stunden Sportpensum pro Woche und zusätzlich tägliches Radfahren als Haupt-Fortbewegungsmittel, reduzierte es sich einfach so auf null oder sagen wir zwei bis drei Stunden vergleichbaren Sport. Dass sich diese Veränderung auf das Sportlergemüt niederschlägt, ist klar. Dass es sich auch auf die Verdauung und das gesamte Essverhalten auswirkt, habe ich etwas unterschätzt bzw. zu wenig beachtet.

So merkte ich, dass die Portionen, die ich aß (nämlich dieselben wie vor Corona) viel zu groß waren. Mir kam es ewig vor, bis eine Mahlzeit verdaut war. Als altes Gewohnheitstier, das wir Menschen ja sind, erkannte ich erst nach einer gewissen Zeit, dass ich die Portionen eventuell an mein Bewegungspensum anpassen sollte. Und dies nicht, um eine Gewichtszunahme zu vermeiden. Denn dass ich zunehmen würde, war mir klar bzw. setzte ich mich damit bewusst nicht auseinander, denn eines meiner Hauptanliegen an mich selbst war und ist: Es gibt in dieser Zeit so unfassbar viele Learnings und Erfahrungen, die unser weiteres Leben beeinflussen werden. Wenn ich später Mal zurückdenke an die Coronakrise, möchte ich mich an mehr erinnern, als daran, ob ich zu- oder abgenommen habe!

Ich erkannte aufgrund des unangenehmen Völlegefühls nach dem Essen, dass die Portionen zu groß waren. Und nicht nur, dass die Portionen zu groß waren im Vergleich zu der benötigten Energie am Tag, auch die fehlende Alltagsbewegung hatte direkte Auswirkungen auf die Bewegung meines Darms. Und es heißt nicht umsonst: 

Ein bewegter Darm ist ein glücklicher Darm. Meiner war eindeutig unglücklich und demnach war auch ich nicht glücklich.

Ein bewegter Darm ist ein glücklicher Darm. Meiner war eindeutig unglücklich und demnach war auch ich nicht glücklich.

 

So wirkte auch dieser Grund, mein unglücklicher Darm, darauf ein, dass ich mich für eine Saftkur entschied. Ich wollte meinem Darm eine Pause erlauben und damit auch den Blähbauch sowie das ständige Völlegefühl loswerden.

Grund Nr. 3: Der aktuell so ruhige Alltag

Als Group Fitness Trainerin mit vier Kursen pro Woche ist es schwierig ein Zeitfenster zu finden, in denen man drei Tage lang nur Saft trinken kann. Da bot sich die aktuelle Situation nur zu gut an und ganz nach dem Motto: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, startete ich die Saftkur.

Diese Frage sollte man sich vor der Saftkur stellen

Diese Frage sollte man sich vor der Saftkur stellen

Säfte kaufen oder selber machen?

Ich wollte ursprünglich eine fünf Tage Saftkur bei einem Saftkur Hersteller bestellen. Deren Angebot sah optisch auch wirklich einladend aus. Ca. 200€ für fünf Tage Saft schien nicht wenig, aber ich sagte mir, man „gönnt“ sich ja sonst nichts. Am Ende des Bestellvorgangs stellte sich heraus, dass es sich bei den ca. 200€ um die drei Tages Kur handelte. Die fünf Tage würden ca. 380€ kosten. Da war für mich das Ende des Bestellprozesses erreicht. Überschlagsmäßig kalkulierte ich, was mich Obst und Gemüse für die Herstellung solcher Säfte kosten würde und schnell wurde mir klar, ich würde das Obst und Gemüse selbst entsaften.

Dennoch, mein Empfinden über den Preis sagt nichts über die Qualität der Produkte aus, schließlich habe ich sie nicht getestet. Und wie eben geschrieben, die Produkte sahen wirklich gut aus. Außerdem, um die Frische zu gewährleisten, hätte ich bei der fünf Tage Saftkur insgesamt zwei Lieferungen erhalten. Das empfand ich als Qualitätsmerkmal. Was man vom Transport haltet, ist natürlich wieder eine andere Frage, und mit der möchte ich mich hier auch nicht weiter befassen. 😉

Es stand also fest, ich würde meine Säfte selbst herstellen. Ich muss dazusagen, dass diese Entscheidung an einem Samstagnachmittag getroffen wurde und ich unbedingt am anstehenden Montag damit starten wollte. Denn ich wollte mit der Kur noch vor dem nächsten Wochenende fertig sein, da an diesem mein Freund Geburtstag hatte und ich an der Feier zwar gerne mit einem Getränk, aber nicht einem Saft teilnehmen wollte 😉 Es war also Samstagnachmittag und das Zeitfenster bis die Geschäfte schließen würden, war ein immer kleiner werdendes. Irgendwo zwischen Gemüse- und Obstregalen swipte ich auf meinem Smartphone herum, bis ich auf einen Blog stieß, wo eine Saftkur zum selber machen beschrieben war, inklusive Einkaufsliste – Yes, genau danach suchte ich – einfach und unkompliziert!

 

Bepackt mit 12 Äpfeln, 2 Säcken Karotten, Tiefkühlspinat, Birnen, Kiwis, Ingwer, Gurken uvm. verließ ich das Geschäft. Ich muss gestehen, zu diesem Zeitpunkt war ich mir noch nicht einmal sicher, ob ich einen Entsafter besitze – Amazon würde sonst schon helfen war mein Plan B. Aber wer hätte das gedacht, irgendwo im hintersten Kücheneck hatte er sich doch schon ein paar Mal vor dem Sperrmüll retten können: Mein alter aber absolut funktionsfähiger Entsafter.

Worauf sollte man bei den Zutaten achten und brauche ich sonst noch etwas?

Ihr benötigt in jedem Fall einen Entsafter. Ich habe ein wenig für euch recherchiert und empfehle euch diesen Entsafter, sollet ihr einen neuen bestellen wollen.

Die Säfte sollten wenig bis kein Fruchtfleisch enthalten. Am ersten Tag habe ich meine Säfte normal mit dem Entsafter zubereitet und schnell gemerkt, dass die Konsistenz der Säfte noch etwas dickflüssig war. Es befand sich also trotz dem Entsaften noch einiges an Fruchtfleisch in meinem Glas. Ab dem 2. Tag der Saftkur siebte ich meine Säfte vor dem Trinken noch einmal, um wirklich alle Fruchtfleischrückstände zu entfernen.

Das könnt ihr auf folgende 2 Arten machen:
Mit einem Küchensieb: Dabei gießt ihr den Saft einfach durch ein feines Sieb und fangt diesen nun klareren Saft in einer Schüssel auf.

Ihr könnt zusätzlich noch ein sauberes Küchentuch in das Sieb geben und so wirklich nur die reine Flüssigkeit des Saftes erhalten.

Achtet darauf, die Zutaten zu reinigen. Ihr möchtet euch und eurem Körper ja etwas Gutes tun, da wären Pestizide und andere Verunreinigungen auf den Früchten und dem Gemüse kontraproduktiv.

Die Säfte sind zwar richtige Vitaminbomben, allerdings sollte man bedenken, dass bestimmte Vitamine nur dann von unserem Organismus aufgenommen werden können, wenn sie mit Öl vermengt werden. Das sind fettlösliche Vitamine. Dazu gehören die Vitamine A, D, E und K.  Daher habe ich ab dem 2. Tag in einen Saft pro Tag einen Schuss Olivenöl gegeben. Ob das Öl in den Kräutern der Säfte ausreicht für die Aufnahme der Vitamine, kann sein, da mir aber vorkam, dass von den verwendeten Kräutern nicht wirklich viel „Saft“ herauskam, entschied ich mich für das zusätzliche Olivenöl.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Saftkur?

Wählt die Tage der Saftkur bewusst. Vermeidet Tage mit Familienfeiern oder Essensverabredungen. Für mich persönlich war es auch wichtig, dass ich an diesen Tagen etwas zu tun habe. Ich wollte auf keinen Fall an meinen freien Tagen herumsitzen und warten bis die Saftkur zu Ende ist. Daher wählte ich normale Arbeitstage, wodurch ich nicht ständig darüber nachdachte, dass ich nichts essen werde. Die Saftkur-Tage an sich sind nicht einfach, also macht es euch nicht schwerer als es ohnehin ist 😉

Die 3 Tage Saftkur: So ist es mir gegangen

Die 3 Tage Saftkur: So ist es mir gegangen

Ich möchte euch nun einen Einblick in die 3 Tage geben und berichten, wie es mir dabei ergangen ist. Solltet auch ihr eine Saftkur machen, freue ich mich sehr, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilt!

Bevor ich nun loslege, noch kur zu mir und wie mein Alltag ohne Saftkur so aussieht:
Ich bin eine leidenschaftliche Kaffeetrinkerin. Ich starte jeden meiner Tage mit einem großen Glas Wasser und einer Tasse schwarzen Kaffee. Da ich Intervall-faste, gibt es bei mir meist kein Frühstück, sondern erst um ca. 12 Uhr meine erste Mahlzeit. Bis dahin trinke ich gerne 1-2 weitere Tassen Kaffee und ca.1 Liter Wasser.

Ich achte sehr auf meine Ernährung, was bedeutet, ich koche eigentlich jeden Tag frisch. Wenn ich ins Büro muss, koche ich mein Essen vor und nehme es mit. Fertigessen gibt es bei mir eigentlich nicht.
Wenn ich nasche, dann alles was mit Schokolade oder Erdnussbutter in Berührung kam, Eiweißriegel und Haferflocken Mugcakes. Reizdarm-bedingt esse ich eher wenig Obst, dafür sehr viel Gemüse. Aufgrund meines Karottenkonsums gehe ich davon aus, dass ich in meinem früheren Leben ein Hase gewesen sein muss. 😉

Aufgrund meines Reizdarms esse ich eigentlich alles, was Low Fodmap ist. Welche Lebensmittel das sind, findet ihr hier.
Ich betreibe sehr viel Sport, einerseits im Fitnessstudio bei meinen geliebten Gewichten, andererseits als Group Fitness Trainerin. Demnach sind meine Portionen häufig größer, als man durchschnittlich vielleicht essen würde.
Bis zum Abend habe ich dann meist 2 Hauptmahlzeiten, hie und da ein paar Snacks, 2-3 Liter Wasser sowie 4-5 Tassen Kaffee zu mir genommen.

Alkohol trinke ich eigentlich so gut wie nie, da er mir nicht (mehr) schmeckt.

 

Tag #1: Euphorischer Start mit kopfschmerzendem Ende

Anfängliche Euphorie und meine Fastengewohnheit haben mir den Einstieg in die Saftkur ziemlich leicht gemacht.

Bis nachmittags hatte ich nicht einmal ein Hungergefühl. Die Säfte, welche ich alle 2-3 Stunden trank, machten mich ziemlich satt. Allerdings wurde ich immer müder und meine Konzentration beim Arbeiten ließ etwas nach.

Ab dem Nachmittag kamen zur Müdigkeit auch leichte Kopfschmerzen dazu. Diese wurden im Laufe des Abends immer schlimmer. Ich hatte zwar immer noch keinen Hunger, aber ich fühlte mich etwas krank. Mein Kopf drohte zu explodieren und der Mangel an Energie erlaubte es mir gerade einmal bis ca. 21 Uhr wach zu bleiben. Normalerweise gehe ich nach Mitternacht schlafen.

Nach eigener Recherche und aufgrund vieler Rückmeldungen eurerseits, stellte sich heraus, dass es sich bei den „Symptomen“ gar nicht so sehr um die fehlende Nahrung, sondern viel mehr um den Kaffeeentzug handelte. Damit hatte ich absolut nicht gerechnet!
Trotz der relativ großen Menge an Fruktose in den Säften, war mein Verdauungstrakt sehr entspannt und meldete sich eigentlich gar nicht. Also weder Krämpfe, Blähungen oder Unwohlsein belasteten mich.
Sportlich habe ich mich an diesem Tag gar nicht betätigt. Ich fühlte mich viel zu schwach und krank.

Tag #2: Fröstelnde Powernaps mit Erbsencremesuppe

Nachdem ich über 12 Stunden geschlafen hatte, startete Tag 2 mit leichten Kopfschmerzen, die allerdings nach wenigen Stunden komplett verschwanden. Es schien, als hätte ich den harten Teil des Kaffeeentzugs hinter mich gebracht 😉
Da ich am ersten Tag meine Säfte nicht zusätzlich noch gesiebt hatte, wurde mir bei dem Gedanken an einen Saft schon ein wenig unwohl. Ich startete also am 2. Tag mit dem zusätzlichen Sieben. Dadurch wurde die Menge an Saft zwar weniger, aber es ließ sich besser trinken. Die Geschmacksintensität der Säfte begeisterte mich.
Meine Körpertemperatur sank und da es mir immer schwerer fiel mich aufzuwärmen, aß ich mittags anstelle eines Saftes eine Erbsencremesuppe. Ich sag‘s euch, die war sowas von lecker! Zudem war es eine warme Speise, das tat wirklich sehr gut im Vergleich zu den rohen und kalten Säften.

Ich hatte also kein Kopfweh mehr und wirklichen Hunger auch nicht. Dafür war mir ständig kalt. Ich habe zu den Säften und Suppen natürlich viel Wasser und ungesüßten Tee getrunken, das solltet ihr auch unbedingt machen.

Am Abend machte ich eine kurze Yoga Einheit, um die Verbindung zwischen meinem Kopf und meinem Körper zu intensivieren. Durch die Saftkur dachte ich eigentlich, dass ich Bedürfnisse meines Körpers unterdrücken würde und ich meine Empfindungen quasi betäuben müsste, um durchzuhalten. Doch interessanterweise geschah das Gegenteil: Mein Kopf überließ dem Körper die Steuerung und ich erkannte, dass mein Köper ganz gut ohne ständiges „Du brauchst jetzt dies, du brauchst jetzt das“ klarkam. Und eine ruhige Yoga Einheit war da genau das Richtige
😊

Am späteren Abend aber geschah etwas Eigenartiges: Es entwickelte sich ein unangenehmes Ziehen im unteren Rücken, wodurch ich nicht mehr wirklich sitzen konnte. Ständig musste ich meine Position verändern, aber keine war angenehm. Ich machte mir nicht viel daraus und ging wieder etwas früher, aber nicht mehr ganz so früh wie am Vortag, ins Bett.

Auch am 2. Tag merkte ich keinerlei Reizdarmsymptome.

Links: Einfach entsaftet | Rechts: Doppelt entsaftet

Tag #3: Endspurt mit Rückenschmerz, oder doch die Nieren?

Am dritten Tag der Saftkur wurde ich durch starke und wirklich unangenehme Schmerzen im Bereich der Nieren geweckt. Durch warmen Tee und ein paar Dehnungsübungen reduzierte sich der Schmerz. Im Laufe des Tages kam und ging dieser frequenzartig.

An diesem Tag hatte ich erstmals mehr Hunger und ich war froh, mich für eine 3-Tages und keine 5-Tages Kur entschieden zu haben. 😉 Zudem war mir ständig kalt und Anfälle von Müdigkeit machten sich verstärkt bemerkbar.

Es war ein sonniger Tag und ich beschloss eine Runde Inlineskaten zu gehen. Ich wusste, dass Sonne dem Gemüt guttut und einmal die Wohnung zu verlassen, weg von Entsafter und Co. schadete mir ebenfalls nicht.

Am Abend bekam ich dann stärker Hunger bzw. Appetit. Ich denke, das hing auch sehr damit zusammen, dass ich wusste, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis es etwas zu essen und vor allem zu kauen gäbe! 😀

Ich muss auch sagen, am dritten Tag war die Lust auf einen weiteren Saft wirklich gering. Aber wen wundert das, wenn man drei Tage nur Saft und Suppe isst.

Immer noch geplagt von den Schmerzen in den Nieren, die mittlerweile bis in den Nacken und die Oberschenkel ausstrahlten, legte ich mich mit Wärmflasche ins Bett. Ein Schmerzmittel nahm ich bewusst nicht zu mir, da ich meinen Magen nicht überfordern wollte und ich nicht wusste, wie sich eine Tablette in diesem Zustand auf die Gesundheit auswirken würde. Ich biss also durch und freute mich einfach auf den nächsten Tag.

Tag #4: Ein anderer Neu-Start als erwartet

Mir ist es sehr wichtig aufzuzeigen, dass meiner Meinung nach, eine 3-Tages Saftkur nicht mit dem 3. Tag endet! Es ist wichtig, wie man wieder zurückkehrt in das „normale“ Leben.

Ich erinnere mich, wie ich mir vor der Saftkur vorstellte, dass ich nach der erfolgreich überstandenen Kur am liebsten bestimmt ein „All You Can Eat“-Frühstücksbuffet stürmen wollen würde.

Doch dem war nicht so und das überraschte mich sehr! Als ich nämlich am 4. Tag aufstand, war ich sehr wählerisch und überlegte hin und her, wie mein Frühstück aussehen sollte. Ich war nicht darauf fixiert, worauf ich am meisten Lust hatte. Ich war darauf fixiert, was meinem Körper wohl am besten tun würde.

Ich entschied mich für Porridge mit Banane und etwas Topfen. Meine Lieben, Achtung! Ich habe daran überhaupt nicht gedacht und musste mir eine neue Portion machen: Eure Geschmacksnerven werden sich in diesen drei Tagen verändern! Ich süßte mein Frühstück genauso wie immer – und das war der Fehler 😉 Es war ungenießbar für mich! Ich bin gespannt, wie es euch mit eurem Geschmack nach der Kur geht! Für mich war es wieder ein Zeichen dafür, wie unglaublich unser Körper eigentlich ist, wie wandelbar und schnell in seiner Reaktion.

Meine Saftkur-Learnings

Meine Saftkur-Learnings

Von fünf auf zwei Tassen Kaffee pro Tag

Anstatt von vier bis fünf Tassen Kaffee trinke ich nur noch zwei Tassen pro Tag. Wobei Tasse Nr. 1 erst am späten Vormittag getrunken wird, viel bewusster und genüsslicher als normalerweise im Halbschlaf. Wenn ich Lust auf mehr habe, trinke ich einfach entkoffeinierten Kaffee.

 

 

Von fünf auf zwei Tassen Kaffee pro Tag

Anstatt von vier bis fünf Tassen Kaffee trinke ich nur noch zwei Tassen pro Tag. Wobei Tasse Nr. 1 erst am späten Vormittag getrunken wird, viel bewusster und genüsslicher als normalerweise im Halbschlaf. Wenn ich Lust auf mehr habe, trinke ich einfach entkoffeinierten Kaffee.

Ich spüre viel stärker, wie und besonders wann mir mein Körper mitteilt, dass er satt ist. Und das möchte ich beibehalten. Ich versuche meine Mahlzeit auch wirklich dann zu beenden, wenn ich satt bin und nicht erst dann, wenn der Teller leer ist. Dies ist etwas, das mir schon immer sehr schwer gefallen ist und ich bin froh darüber, dass das Empfinden durch die Saftkur verstärkt wurde.

Danke, ich bin satt.

Danke, ich bin satt.

Ich spüre viel stärker, wie und besonders wann mir mein Körper mitteilt, dass er satt ist. Und das möchte ich beibehalten. Ich versuche meine Mahlzeit auch wirklich dann zu beenden, wenn ich satt bin und nicht erst dann, wenn der Teller leer ist. Dies ist etwas, das mir schon immer sehr schwer gefallen ist und ich bin froh darüber, dass das Empfinden durch die Saftkur verstärkt wurde.

Hunger von "Hunger" unterscheiden

Während den drei Tagen war eines der Hauptlearnings für mich, dass mein ständiges „Hungergefühl“ im Alltag unmöglich von meinem Körper kommen kann, denn wie sonst hätte ich die Kur ohne weiteres und vor allem beinahe ohne Hunger überstehen können! Es muss also mein Kopf sein, der mir das vorgaukelt. Um diesen Hungerfallen schrittweise zu entkommen, notiere ich mir nun ein paar Tage lang jedes Mal, wenn ich diesen Impuls verspüre, essen zu MÜSSEN. Ich möchte nämlich herausfinden, wie oft ich mir etwas zu essen holen würde, obwohl es kein Bedürfnis dafür gibt.

Hunger von "Hunger" unterscheiden

Während den drei Tagen war eines der Hauptlearnings für mich, dass mein ständiges „Hungergefühl“ im Alltag unmöglich von meinem Körper kommen kann, denn wie sonst hätte ich die Kur ohne weiteres und vor allem beinahe ohne Hunger überstehen können! Es muss also mein Kopf sein, der mir das vorgaukelt. Um diesen Hungerfallen schrittweise zu entkommen, notiere ich mir nun ein paar Tage lang jedes Mal, wenn ich diesen Impuls verspüre, essen zu MÜSSEN. Ich möchte nämlich herausfinden, wie oft ich mir etwas zu essen holen würde, obwohl es kein Bedürfnis dafür gibt.

Mein Bewusstsein für unverarbeitete und biologische Lebensmittel ist enorm gewachsen! Wo ich sonst mehrmals die Woche eine Cola Light getrunken habe, lehne ich sie ab und mach mir lieber einen Tee. Ich lege viel mehr Wert darauf, was ich meinem Körper tatsächlich gebe und ob er es überhaupt brauchen und verwerten kann oder ob ich nur eine Lust meiner Gedanken stille.

Lebensmittel bewusst wählen

Lebensmittel bewusst wählen

Mein Bewusstsein für unverarbeitete und biologische Lebensmittel ist enorm gewachsen! Wo ich sonst mehrmals die Woche eine Cola Light getrunken habe, lehne ich sie ab und mach mir lieber einen Tee. Ich lege viel mehr Wert darauf, was ich meinem Körper tatsächlich gebe und ob er es überhaupt brauchen und verwerten kann oder ob ich nur eine Lust meiner Gedanken stille.

Eure Fragen & meine Tipps

Was mir während der Kur am meisten fehlte?

Es fehlte mir das Essen. NONA 😉 Aber es fehlte mir nicht, weil ich Hunger hatte! Das, was mir fehlte, war das Kauen. Und der Kaffee, ganz klar 😉

Was ich anders machen würde?

Da es so gut lief, würde ich an meinem Verhalten nichts ändern, ich bin absolut zufrieden. Bei meiner nächsten Kur, die es bestimmt geben wird, werde ich allerdings mehr Suppen oder gar eine reine Suppen Kur ausprobieren – ich werde euch in jedem Fall wieder mitnehmen und berichten 😊

Ob ich Angst vor all der Fruktose trotz Reizdarm hatte?

Ich hatte schon so meine Bedenken, wie sich das auswirken würde, das gebe ich zu. Aber ich wusste es zu diesem Zeitpunkt nicht. Also blieben mir nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich treffe eine Annahme und lass die Saftkur bleiben ODER ich experimentiere und erhalte ein Ergebnis. Wie ihr im Blogbeitrag gelesen habt, hatte ich während der drei Tage keinerlei Reizdarmbeschwerden, trotz der großen Mengen an Fruktose. Jeder Darm ist individuell, daher bedeutet das nicht automatisch, dass eine Saftkur bei keinem Reizdarmbetroffenen etwas auslöst. Mein Tipp: AUSPROBIEREN & HERAUSFINDEN. Wenn ihr gerne eine Saftkur machen wollt, dann startet einfach einmal mit einem Tag. Ihr könnt die Saftkur ja jederzeit abbrechen, wenn sie euch nicht guttut. Ich persönlich bin kein Fan davon, Dinge die mich interessieren, aus Vorsicht nicht zu wagen. Ich möchte Erfahrungen sammeln und klare Ergebnisse erhalten. Denn nur damit kann ich mich auch weiterentwickeln. Die Low Fodmap Ernährung ist im Grunde nichts anderes als „Ausprobieren, Erfahren und Lernen“, das gilt in diesem Fall auch für die Fruktose in den Säften. Andererseits ist es absolut keine „Pflicht“ eine Saftkur zu absolvieren! Nur dann, wenn es euch interessiert und ihr auch Lust darauf habt 😊

Sport während der Saftkur?

Wenn ich mich für eine solche Herausforderung für Körper und Geist entscheide, wie es die Saftkur für mich war, dann nehme ich mir ganz bewusst eine Sportpause. Sollte es mich überkommen, so würde ich mir Sport natürlich nicht verbieten, aber ich möchte auf keinen Fall auch nur einen Moment ein schlechtes Gewissen bekommen, weil ich keinen Sport mache während der Saftkur. Daher entscheide ich mich gleich vorab dafür, Sport für die paar Tage auszuklammern.

Nur Säfte oder auch Wasser?

Es ist sehr wichtig, dass ihr während der Saftkur ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser oder ungesüßtem Tee zu euch nehmt. Dadurch unterstützt ihr den Reinigungs- und Regenerationsprozess in eurem Körper. Außerdem füllt ihr damit euren Magen und vermindert dadurch das Hungergefühl.

Ob ich die Saftkur alleine gemacht habe?

Ich habe die Saftkur dieses Mal alleine gemacht. Wer weiß, vielleicht sind wir beim nächsten Mal schon ein paar Leite mehr 😍 Also, wenn es hilft, dann rate ich euch die Saftkur gemeinsam mit einer Freundin/einem Freund zu machen oder mit dem Partner/der Partnerin. Dann ist man nicht allein und man kann sich in schwierigen Momenten gegenseitig motivieren. Zudem macht es einen Unterschied, ob man für sich allein ein „Cheat Meal“ einlegt oder ob man einen Fehltritt jemand anderes „beichten“ muss 😉 Ich nenne das den Rechenschaftspartner, bei dem man Rechenschaft ablegen muss, wenn notwendig.

Angst vor Fressattacken?

Ganz klar: JA! Aus diesem Grund war für mich der 4. Tag auch so wichtig. Denn bei der Saftkur geht es nicht nur darum, die drei Targe irgendwie rum zu bringen. Es geht darum, etwas aus den Tagen mitzunehmen und beizubehalten. Ich hatte etwas Angst, dass ich nach der Kur alles was ich find in mich hinein stopfen würde

Wie mein Freund meine Launen ertragen hat?

Dazu kann ich nur eines sagen:
Weiht euer Umfeld jedenfalls in eure Pläne ein. Im gleichen Haushalt lebende Menschen haben es vielleicht nicht ganz so einfach mit euch in diesen Tagen, gebt ihnen Vorbereitungszeit 😉 Mein Freund war jedenfalls vorbildlich und hat mir am ersten Tag sogar eine Kopfmassage gegeben, als ich solche Kopfschmerzen hatte. Ich glaube zwar, dass das Selbstschutz war, aber Who cares!? Die Massage war der Traum! 😄

Ob ich daran dachte, die Saftkur abzubrechen?

Wie ich oben schon beschrieben habe, hätte ich die Saftkur abgebrochen, wenn ich aufgrund meiner Nieren- bzw. Rückenschmerzen Medikamente nehmen hätte müssen. Ansonsten dachte ich nicht daran abzubrechen.
Meine Lieben, wenn ihr körperliche Beschwerden wahrnehmt, die euch Unbehagen bereiten, dann sucht jedenfalls einen Arzt auf oder brecht die Saftkur ab. Denkt immer daran, es geht darum, dass ihr euch etwas Gutes tun wollt. Versucht auf euren Körper zu hören. Auf der anderen Seite müsst ihr auch nicht sofort panisch werden, wenn ihr gewisse Symptome wie Kopfschmerz, Schwindel, Müdigkeit oder sensibles Kälteempfinden verspürt, die Saftkur wird nicht spurlos an euch vorüberziehen, aber sie soll euch nicht schaden, sie soll euch maximal fordern 😊

das für mich wichtigste Takeaway, das ich euch unbedingt mitgeben möchte!

das für mich wichtigste Takeaway, das ich euch unbedingt mitgeben möchte!

Meine Lieben! Das waren meine Erfahrungen und Learnings, die ich in den drei bzw. vier Tagen gemacht habe. Was ich euch unbedingt noch mitgeben möchte ist, dass ich all diese Learnings und neuen Empfindungen so lange wie möglich beibehalten möchte. Aber es ist mir durchaus bewusst, dass sich durch diese drei Tage mein Leben nicht plötzlich vollkommen ändern wird. 

Es waren drei Tage, die ein hohes Maß an Disziplin erforderten und einiges an Kopfarbeit mit sich brachten.

Es waren drei Tage, die ein hohes Maß an Disziplin erforderten und einiges an Kopfarbeit mit sich brachten.

Das war gut und lehrreich für mich, aber das alleine reicht nicht aus, um unerwünschte Gewohnheiten loszuwerden. Ich sehe die Saftkur als einen effektiven Startschuss, aber entscheidend für langfristige Veränderung ist, was wir aus den gesammelten Erfahrungen dann machen. 

Seid keinesfalls zu streng mit euch, denn darum geht es nicht!

Seid keinesfalls zu streng mit euch, denn darum geht es nicht!

Nicht jede neue Verhaltensweise wird direkt zu einer neuen Gewohnheit werden, das ist vollkommen in Ordnung! Auch wenn nur eine einzige schlechte Gewohnheit durch die Kur erkannt und eliminiert wird, ist das schon bemerkenswert! Und vergesst bitte nicht innerhalb von wenigen Tagen, welch grandiose Leistung ihr während der Saftkur erbracht habt! Zehrt ruhig noch eine ganze Weile an diesem Erfolg, das habt ihr euch verdient!

Wenn auch ihr eine Saftkur ausprobieren möchtet, dann wünsche ich euch viel Erfolg & hoffe, dass es gut tut!